
KLEINE ZEITUNG, 20.03.2025 | Ein Osttiroler Waldaufseher bereinigt seinen Forst statt mit schwerem Gerät auf traditionelle, naturschonende Weise. Tierische Hilfe kommt aus Oberkärnten. Von André Schmidt
Äste knacken, schweres Schnaufen ist hörbar, dazu laute, aber besonnene Rufe - wer dieser Tage über die Rodelstrecke von Amlach joggt oder wandert, kann Bailando bei der Forstarbeit zusehen. Der fünfjährige Wallach und sein Fuhrmann Peter Ladstätter sind aus Kötschach-Mauthen angereist und helfen Waldaufseher Sebastian De Jel, das geschlägerte Holz aus dem Gemeindewald zu "rücken".
Das Ganze geschieht nicht ohne Grund: "Rücken ist ein altes Handwerk, das wieder modern wird. Es ist für den Waldboden sehr schonend, ebenso für die Jungbäume. Auch an bestehenden Bäumen entsteht kaum Schaden", erklärt De Jel die Unterschiede zu üblichen Arbeiten mit Traktoren und Co. und ergänzt: "Klimafreundlich ist es auch, Sprit braucht ein Pferd nicht." Ladstätter lacht: "Bailando frisst halt das, was die Vegetation hier hergibt."
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Da es in Osttirol keine Rücker mehr gibt, sucht De Jel in der Umgebung, aber auch in Südtirol oder Süddeutschland nach Pferdeführern, die diese traditionelle Technik beherrschen. Meist greift er auf Kärntner Hilfe zurück: "Neben Peter gibt es einen weiteren Rücker im Gailtal, dazu einen in Villach."
Bei Ladstätter dreht sich das ganze Leben nur um eins: "Mein Tag beginnt mit Pferden und endet mit Pferden." Der Oberkärntner betreibt mit seiner Familie einen Pferdehof in Kötschach-Mauthen, ist im Dressur- und Vielseitigkeitsreiten aktiv und widmet sich dem Training der Tiere: "Ich bilde Pferde aus, zum Kutsche fahren, aber auch zum Holz rücken. Jetzt habe ich mir noch einen Wagen angeschafft, damit ich das Holz ohne Traktor heimfahren kann. Ich habe zwölf Pferde, die müssen bewegt werden." Die Technik hat sich der 50-Jährige selbst beigebracht: "Das ist viel 'learning by doing', einiges habe ich mir bei anderen Rückern abgeschaut."
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Apropos: Je nach Bedingungen schafft Bailando rund 15 Festmeter am Tag. "Viele sagen, dass es mit dem Pferd ewig dauert", führt der Niederländer aus: "Wir benötigen jetzt vielleicht einen Tag länger als mit dem Traktor. Was ist ein Tag, wenn das Holz hundert Jahre gewachsen ist?"
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