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2026-10-06
Der heilige Markus zählt zu den bedeutenden Gestalten des frühen Christentums und wird traditionell als Verfasser des Markusevangeliums angesehen. Dieses gilt in der neutestamentlichen Forschung als das älteste der vier kanonischen Evangelien und wird meist in die Zeit um 70 n. Chr. datiert. Nach frühchristlicher Überlieferung stand Markus in Verbindung mit dem Apostel Petrus und wirkte an der Verbreitung des christlichen Glaubens mit. In der christlichen Ikonographie wird er durch einen geflügelten Löwen symbolisiert. Sein liturgischer Gedenktag wird am 25. April begangen.

Eine besondere lokale Bedeutung besitzt der heilige Markus für die Pfarre Mauthen in Kärnten, deren Pfarrkirche seinem Patrozinium untersteht. Die Kirche stellt einen wesentlichen Bestandteil der religiösen und kulturellen Entwicklung des Ortes dar. Als sakraler Raum dient sie der Feier der Liturgie und der Spendung kirchlicher Sakramente. Gleichzeitig erfüllt sie eine wichtige soziale Funktion, da sie über Jahrhunderte hinweg einen zentralen Ort des gemeinschaftlichen Lebens bildete.

Das Markuspatrozinium verdeutlicht die Verbindung der Pfarre mit der christlichen Tradition. Kirchenpatrone dienten historisch nicht nur der religiösen Verehrung, sondern waren auch für die Identität einer Pfarrgemeinde von Bedeutung. Die Verehrung des heiligen Markus in Mauthen kann daher sowohl unter theologischen als auch unter kultur- und lokalgeschichtlichen Gesichtspunkten betrachtet werden.

Das Foto zeigt den Hochaltar der Pfarrkirche Mauthen, die dem Evangelisten Markus geweiht ist. Der Altar stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und ist dem Rokoko zuzuordnen. Charakteristisch sind der monumentale Aufbau, die marmorierten Säulen, die vergoldeten Ornamente und die geschwungenen Formen. Katholische Kirche Kärnten

Im Mittelpunkt steht das Altarbild des heiligen Markus, das 1835 vom venezianischen Maler Cosroe Dusi geschaffen wurde. Markus erscheint als zentrale, zum Himmel blickende Gestalt. Die Darstellung hebt ihn deutlich aus seiner Umgebung hervor und verweist auf seine Stellung als Kirchenpatron. Auffällig ist, dass das Gemälde wesentlich jünger als der Rokokoaltar selbst ist. Dadurch verbindet der Hochaltar verschiedene kunsthistorische Entstehungsphasen. Katholische Kirche Kärnten

Das obere Gemälde stellt die Krönung Mariens dar. Um die beiden Gemälde sind zahlreiche Heiligenfiguren angeordnet. Besonders bedeutend sind die vier weiß gefassten Figuren der lateinischen Kirchenväter: Gregor der Große und Hieronymus stehen innen, Augustinus und Ambrosius außen über den Opfergangsportalen. Im oberen Bereich befinden sich außerdem Johannes Nepomuk, ein weiterer heiliger Bischof sowie die Erzengel Michael und Raphael. Katholische Kirche Kärnten

Aus kunsthistorischer Sicht entsteht dadurch ein bewusst hierarchisch aufgebautes Bildprogramm: Markus bildet als Patron der Pfarrkirche das Zentrum, während Kirchenväter, Heilige und Engel ihn in einen größeren theologischen Zusammenhang einordnen. Die starke Vergoldung und die bewegten Rokokoformen steigern die repräsentative Wirkung des Altars. Zugleich zeigt das Bild die historische Bedeutung der Markuskirche für Mauthen: Die Kirche besitzt einen romanischen Kern, wurde 1466 erstmals urkundlich erwähnt und Mauthen ist seit 1525 eine eigenständige Pfarre.




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Ingo Ortner
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